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Was ist ein Yardage Book?

WAS DRINSTEHT · WAS MAN SELBST EINTRÄGT · WIE MAN ES LIEST

Ein Yardage Book ist ein Heft mit einer Seite je Bahn. Es ist kein Zubehör für sehr gute Spieler, sondern die Antwort auf eine Frage, die auf jedem Abschlag steht: nicht, wie weit es bis zur Fahne ist, sondern was passiert, wenn der Schlag nicht so wird wie gedacht.

WAS DARIN STEHT

Auf jeder Seite steht die Bahn von oben, so wie man sie spielt: der Umriss, die Bunker, das Wasser, das Grün. Dazu Zahlen an den Stellen, an denen eine Entscheidung fällt. Wie weit es bis vor ein Hindernis ist und wie weit darüber hinweg. Wie weit bis zur vorderen, mittleren und hinteren Grünkante. Wie tief das Grün ist, also wie viel Spielraum zwischen der vorderen und der hinteren Kante liegt. Ob es bergauf geht oder bergab.

Die zweite Hälfte der Seite ist leer, solange das Heft neu ist. Sie füllt der Spieler, und sie ist der eigentliche Zweck des Hefts: das Gedruckte gilt für jeden, das Eingetragene gilt für ihn.

WARUM DIE ENTFERNUNG ZUR FAHNE NICHT REICHT

Die Zahl, nach der die meisten zuerst suchen, ist die Entfernung zur Fahne. Sie beantwortet genau eine Frage: wie weit es wäre, wenn der Schlag genau so würde wie gedacht. Das wird er selten.

Jeder Schlag streut, nach links und rechts und nach kurz und lang, und die Streuung wächst mit der Länge des Schlägers. Aus einer Absicht wird deshalb keine Stelle, sondern eine Fläche. Die Frage, die auf dem Abschlag wirklich zählt, lautet damit nicht, wie weit es ist, sondern was in der Fläche liegt, die man tatsächlich trifft. Liegen darin nur Fairway und Grün, kann man auf die Fahne zielen. Liegt darin ein Bunker, ein Teich oder eine Ausgrenze, ist die Fahne das falsche Ziel, auch wenn die Entfernung stimmt.

Die Entfernung sagt einem auch eine Uhr oder ein Entfernungsmesser. Wo die Fläche anfängt, teuer zu werden, sagt einem nur eine Zeichnung, die die ganze Bahn zeigt und nicht nur die Linie zur Fahne. Das ist der Grund, aus dem es das Heft gibt.

WAS MAN SELBST EINTRÄGT

Drei Dinge, und keines davon steht in irgendwelchen Daten.

Dazu kommt, was sich erst mit der Zeit ansammelt: dass das Fairway nach rechts kippt, dass der Schlag ins Grün bei Wind zwei Schläger mehr braucht, dass der linke Bunker flach ist und der rechte tief. Ein Yardage Book ist deshalb nach der zehnten Runde mehr wert als nach der ersten.

WIE MAN ES AUF DEM PLATZ BENUTZT

Vor dem Schlag, nicht danach. Die Seite wird aufgeschlagen, bevor der Schläger gezogen ist: erst die Fläche ansehen, die man treffen will, dann das Ziel wählen, dann den Schläger. Danach bleibt das Heft zu.

Nach der Runde kommt der zweite Teil, und das ist der, den man am ehesten auslässt: eintragen, was diesmal anders war als aufgeschrieben. Ein Heft, das nicht nachgeführt wird, veraltet an genau den Stellen, an denen es geholfen hat.

WARUM PAPIER UND KEIN BILDSCHIRM

Papier braucht keinen Akku, es blendet in der Sonne nicht, es übersteht Regen besser als die meisten Geräte, und es lässt sich mit einem Bleistift ergänzen, während man daneben steht.

Dazu kommt die Regelseite. Die Golfregeln beschränken elektronische Hilfsmittel; das Ablesen vorgedruckter Entfernungs- und Höhenangaben erlaubt Regel 4.3a ausdrücklich, und ebenso ausdrücklich verboten ist, daraus eine Schlägerempfehlung abzuleiten. Was im Einzelnen gilt, steht in den Golfregeln und in den Bedingungen des Veranstalters und nicht auf dieser Seite.

WAS OPENYARDAGE FERTIG MITBRINGT UND WAS NICHT

Fertig ist die Zeichnung. Sie ist aus OpenStreetMap gerechnet und bringt je Bahn mit, was in den Daten steht: Umriss, Bunker, Wasser und Grün, die Entfernung zur vorderen, mittleren und hinteren Grünkante, die Grüntiefe, die Trage-Distanz bis vor ein Hindernis und darüber hinweg und, wo ein Höhenmodell es hergibt, den Höhenunterschied zwischen Abschlag und Grün. Wer einen anderen Abschlag wählt, bekommt alle Entfernungen von dort.

Nicht jede Bahn hat alles davon. Wo die Daten fehlen, fehlt die Zahl, statt dass eine geschätzte dasteht, und es ist auch keine amtliche Vermessung: für eine gewertete Runde gilt die Scorecard des Clubs.

Selbst einzutragen ist der Rest. Dafür gibt es Werkzeuge für die Route, für Flächen, die nicht in Frage kommen, für Bäume, die Ausgrenze, das Gefälle und für Merkpunkte mit Entfernung zur Grünvorderkante, dazu je Bahn sechs Notizzeilen, darunter eine mit der Überschrift NIEMALS, den Schläger vom Abschlag und fünf Zeilen für Nässe, Wind, Trockenheit, Jahreszeit und Rough.

Wer seine Schlägerweiten hinterlegt, kann einen Punkt in die Zeichnung setzen und bekommt dort Bögen in genau diesen Weiten, beschriftet mit dem Kürzel des Schlägers. Der Öffnungswinkel dieses Fächers ist eingestellt und nicht gemessen: wie breit die eigene Streuung wirklich ist, weiß dieses Werkzeug nicht. Es rechnet auch aus Entfernung und Höhe keinen Schläger aus. Das erste wäre eine erfundene Zahl, das zweite verbietet Regel 4.3a.

Gedruckt wird als geheftetes Heft, wahlweise 105 × 148,5 mm für die Hosentasche oder 105 × 178 mm für Etuis mit Fach. Alle Plätze mit Bahnlängen · Zur Anwendung

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